Papa, wie wird das Wasser wieder sauber?

Felix, ein neugieriger Stakeholder der Donau Chemie, will es genau wissen. Sein Vater hat die Antwort parat...
von Alexander Jereb


„Papa? Du machst ja das Wasser sauber, nicht wahr?“
„Ja, wir stellen bei der Donau Chemie Produkte her, die dabei helfen.“

„Haben die die Steinzeitmenschen auch schon gehabt?“
„Nein, mein  Schatz, und jetzt schlaf schön!“

„Papa? Aber warum haben das die Steinzeitmenschen nicht gehabt?“
„Weil … na gut, ich erzähle dir noch eine kurze Geschichte: Es war einmal vor langer, langer Zeit, also vor ungefähr 70.000 Jahren in Afrika … Das Savannengras bewegte sich sanft im Wind, eine kleine Gruppe von Menschen briet die eben erlegte Beute auf einem Feuer. Ein paar Kinder schöpften glasklares Wasser am nahegelegenen Fluss. Zu dieser Zeit lebten vermutlich nur wenige tausend Menschen – auf der ganzen Welt. Die Suche nach  Nahrung war damals das Wichtigste – Wasser  sauber zu machen war kein Thema. Das Wasser, das sie brauchten, nahmen die Menschen aus Flüssen, Wasserlöchern oder primitiven Brunnen. Abwasser gab es wohl keines.“

„Papa? Hatten die Steinzeitmenschen ein Klo?“
„So eines wie wir sicher nicht und es sollte noch viele tausende Jahre dauern …“

„Wie lange?“
„… bis die Menschen vor ca. 10.000 Jahren begannen, Siedlungen zu bauen. Die Zahl der Menschen war bis dahin auf ungefähr fünf bis zehn Millionen gestiegen. Die Wasserversorgung und auch die Abwasserentsorgung wurde für größere Siedlungen eine überlebenswichtige Aufgabe. Städte wie Ur in Mesopotamien, am Indus im heutigen Pakistan oder in Knossos auf Kreta dürften bereits vor drei- bis viertausend Jahren über Regenwasserkanäle, Trinkwasserleitungen aus Ton und Wassertoiletten in den Häusern verfügt haben.“

„Hat es da auch schon so was wie die Donau Chemie gegeben?“
„Das vielleicht nicht … aber man wusste schon sehr früh, dass man schmutziges Wasser  nicht trinken sollte. Wasser, das trüb  ist und stinkt, kann  Menschen krank machen. Daher hat es Anweisungen gegeben, wie Wasser  zu behandeln sei. So hat zum Beispiel Hippokrates im 4. Jahr- hundert vor Christi empfohlen, Wasser abzukochen und dann durch  einen Stoffsack zu filtern. Es ist auch bekannt, dass im alten China und Ägypten, aber auch bei den Römern ein natürliches Aluminiumsalz, genannt Alaun, als Flockungsmittel zum Reinigen  von trübem Wasser  verwendet wurde. Alaun und unser PAC bei der Donau Chemie sind beide Aluminiumverbindungen und von der Wirkungsweise daher sehr ähnlich.“

„Das heißt, der das Alaun gemacht hat, war  die Donau Chemie von den Ägyptern?“
„Könnte man so sagen. Es gibt auch eine alte Darstellung im Grab des Pharao Ramses II., der 1300 Jahre vor Christus gelebt hat, darauf ist ein Apparat zur Wasserreinigung in einer Küche zu sehen: Das Wasser  wurde in Gefäße  gegeben, die Trübstoffe sind zu Boden gesunken, vielleicht auch mit Hilfe von Alaun, und man hat das klare Wasser  oben abschöpfen können. Dieses Prinzip wird auch heute noch bei der Trinkwasserreinigung verwendet. Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung perfektioniert haben in Europa die alten Römer.“

„Die vom Asterix?“
„Ja genau. Vor 2.000 Jahren lebten allein im römischen Reich ca. 57 Millionen Menschen. Noch heute kann  man an den Aquädukten nicht nur in Italien, sondern auch bei uns sehen, wie toll die antiken Ingenieure gearbeitet haben. Im 6. Jahrhundert nach  Christus führten 19 Aquädukte nach  Rom, dort wurde das Wasser  über Bleirohre bis in die Häuser geleitet. Die Wassergebühr war übrigens höher, wenn der Durchmesser von den Rohren größer war. In Rom gab es damals schon öffentliche Toiletten, die mit fließendem Wasser  gespült wurden. Vespasian, ein römische Kaiser, hatte einen guten Einfall, als ihm das Geld ausging: Er führte eine Urinsteuer ein. Als ihn sein Sohn dafür  kritisierte, soll Vespasian ihm das Geld unter die Nase gehalten und gefragt haben, ob ihn der Geruch störe. Als der Sohn verneinte, sagte der Kaiser: ,Na siehst du, Geld stinkt nicht – pecunia non olet.‘ Tatsächlich war es so, dass Urin einen Wert besaß – nämlich als Hilfsstoff für die Gerber. Diese stellten in den Städten Amphoren auf, die als Pissoirs genutzt werden sollten. Die Gerber sammelten die vollen Amphoren dann wieder ein.“

„Igitt!“
„Vespasian lebt auch heute noch in der französischen und italienischen Sprache weiter – nämlich als Namensgeber für öffentliche Klos, den vespasiennes bzw. vespasiani. Ob der Kaiser sich dafür geehrt fühlen würde?“

„Ich nicht!“
„Häuser von reichen Menschen hatten auch eigene Toiletten, die mit Wasser gespült wurden und sich meist in der Nähe der Küche befanden. So reichte ein Wasseranschluss aus“.

„Was hat man mit dem  Wasser aus dem Klo gemacht?“
„Seit die Menschen Städte gebaut haben, haben sie auch versucht, ihre Abwässer loszuwerden. Und schon früh kamen sie auf die Idee, Klos mit Wasser  zu spülen. Diese Abwässer mussten aber aus den Städten transportiert werden. So entstanden die ersten offenen Kanalsysteme. So wie im alten Rom die ,Cloaca maxima‘. Diese hat das Wasser  aus den Bädern, Brunnen und den öffentlichen Toiletten unter den Straßen in den Fluss Tiber geleitet. Teile von der Cloaca maxima existieren sogar heute noch. Die Römer hatten sogar eine eigene Göttin für den Kanal, die Cloacina, die über den Kanal wachte. Gesäubert wurde das Abwasser allerdings nicht. Die Menschen haben es einfach in die Flüsse geleitet. Das wird in manchen Teilen der Welt auch heute noch so gemacht. Und damals wie heute führt das zu vielen Problemen …“

„Wie war  das dann bei den Rittern?“
„Das erzähle ich dir ein anderes Mal, du musst jetzt schlafen, es ist spät …“

„Na gut, aber  Papa?
„Ja, Felix?“

„Ich muss noch  aufs  Klo …
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